Vor 40 Jahren, am 5. Mai 1977, schlossen sich mehrere Teilnehmer der Insel-Malkurse von Prof. Tönne zusammen, um die erarbeiteten Kenntnisse und Fähigkeiten weiter zu nutzen und auszubauen. Ziel der locker organisierten Gruppe war es, in ihrer Gemeinschaft Kreativität, Kommunikation und Kulturelle Information umzusetzen. Mehrere unabhängige Freizeit-Künstler in Marl und Umgebung schlossen sich dieser Gruppe an. Dies war der Startschuss für die Gründung des Ma(r)lkasten e.V. in Marl, der im Mai 2017 sein 40-jähriges Bestehen feierte. Der Ma(r)lkasten e.V. ist heute ein Zentrum für alle, die sich für Kunst interessieren und selbst künstlerisch tätig sein wollen. Der Verein hat heute mehr als 30 aktive und etwa 40 passive, fördernde Mitglieder.
Seit 1982 nutzt der Verein das ehemals als Markenkontrolle der Zeche Brassert genutzte Haus. An 4 Tagen in der Woche arbeiten hier Künstler, Hobby-Künstler und solche, die es werden wollen, entweder allein oder unter Anleitung an ihren Werken, seien es Aquarelle, Ölbilder, Acrylbilder, etc. Auch wenn die künstlerische Ausbildung sehr unterschiedlich ist – sie reicht von Künstlern mit anerkanntem akademischen Abschluss bis hin zum Hobbymaler, der einfach nur Spaß daran hat, seine Ideen farblich auf Papier oder Leinwand zu bringen, eines ist allen Mitgliedern des Ma(r)lkastens gemeinsam: die tiefe Prägung durch Kunst mit ihren vielfältigen Ausdruckmöglichkeiten.
Die alte Markenkontrolle ist nicht nur der Ort, an dem in den letzten 40 Jahren zahlreiche Kunstwerke entstanden sind, dieser Ort verwandelt sich auch mehrmals im Jahr in einen Ausstellungsraum, in dem die Frühjahrsausstellung, die Weihnachtsausstellung und themen- oder künstlerspezifische Ausstellungen stattfinden und sich zahlreiche Besucher, Interessierte und Vertreter der Stadt Marl treffen.
Es gibt Vereine, die innerhalb kurzer Zeit kommen und wieder gehen, weil ihr Anliegen nicht mehr zeitgemäß ist. Nicht so der Ma(r)lkasten. Doch wie kommt das? Was ist sein Erfolgsrezept?
Keine Frage, das Anliegen des Ma(r)lkastens, Künstlern aus Marl und Umgebung eine Plattform für den Austausch von künstlerischen Ideen zu bieten, ist unverändert aktuell. Und wohl kaum ein Verein in Marl hat sich veränderten gesellschaftlichen Gegebenheiten so umfassend und grundlegend angepasst wie gerade der Ma(r)lkasten. Seine ersten Gründungsmitglieder waren Individualisten, die jede feste organisatorische Bindung als Einschränkung ihres künstlerischen Schaffens ansahen. Sie waren sich bei der Gründung in einem einig: „Ein eingetragener Verein mit all seinen Förmlichkeiten soll dabei auf keinen Fall entstehen!“ Dass es dann ganz anders kam, hatte insbesondere 2 Gründe. Zum einen erforderte die Etablierung eines gemeinsamen Ateliers eine stärker formale Ausrichtung, die folgerichtig im Jahre 1991 zur Gründung eines eingetragenen Vereins führte, zum anderen änderte sich das gesellschaftliche Bewusstsein der Künstler in den beginnenden 90er Jahren.
In den letzten drei Jahren konnte der Ma(r)lkasten zahlreiche aktive Mitglieder hinzugewinnen. Ein Zeichen dafür, dass das Konzept nach wie vor attraktiv ist.
Ziele des Ma(r)lkastens
Der Ma(r)lkasten begreift sich heute – stärker als früher – als Teil des kulturellen Angebots der Stadt Marl und steht in engem Kontakt mit anderen kulturellen Organisationen wie etwa Kulturverein Sinsener Art, Skulpturenmuseum Glaskasten, Musikgemeinschaft, Musikschule, etc. Mit den Firmen NewsMedia und Croonenbrock existieren Kooperationen.
Der Ma(r)lkasten möchte allen Kunstinteressierten ein Forum bieten, sich auszutauschen, gemeinsam zu arbeiten, neue Techniken auszuprobieren, gemeinsam Museen zu besuchen und über Kunst allgemein zu diskutieren.
Interessenten und neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen.